Die Scham muss die Seiten wechseln
Projektlaufzeit: Wintersemester 2025/26 (Umsetzung bis November 2026)
Im Rahmen des Projekts „Die Scham muss die Seite wechseln" beschäftigten sich Studierende des Studiengangs Kommunikationsdesign der Hochschule Trier mit der Frage, wie sexualisierte Gewalt durch Gestaltung im öffentlichen Raum thematisiert werden kann. Dabei entwickelten und erprobten sie neue Formen der öffentlichen Kommunikation und Beteiligung.
Das Projekt wurde in zwei parallel arbeitenden Lehrveranstaltungen umgesetzt. Im Kurs „angewandte Fotografie“ von Prof. Valerie Schmidt setzten sich die Studierenden fotografisch und videografisch mit dem Thema auseinander und realisierten Arbeiten, die unterschiedliche Perspektiven auf sexualisierte Gewalt und ihre gesellschaftliche Wahrnehmung eröffnen. Im Kurs „experimentelle Gestaltung“ von Prof. Marlen Letetzki erarbeiteten die Studierenden gestalterische Konzepte und Interventionen für den urbanen Raum.
In beiden Kursen entstanden mit fachlicher Unterstützung des Frauennotrufs Trier künstlerische und gestalterische Ansätze, um ein gesellschaftlich relevantes und zugleich sensibles Thema öffentlich sichtbar zu machen und zu vermitteln. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere Fragen nach Schutz, Sichtbarkeit, Beteiligung und der Möglichkeit, Menschen auf unterschiedliche Weise zu erreichen und einzubeziehen.
Von den im Kurs „experimentelle Gestaltung" erarbeiteten Konzepten wurden zwei mit je 500 Euro prämiert: Louisa Oßmanns Arbeit mit Fokus auf Entschuldigungen im Kontext sexualisierter Gewalt sowie der Entwurf von Luna Isenmann. Für die Realisierung im öffentlichen Raum wurde Luna Isenmanns Entwurf ausgewählt. Er sieht einen begehbaren Tunnel vor, der einen Ort für Mitteilung und Aufklärung schaffen und sich sowohl an Betroffene als auch an die Öffentlichkeit richten soll – mit der Möglichkeit, eigene Erfahrungen anonym einzubringen sowie Informationen zum Thema sexualisierte Gewalt zu erhalten. Die Umsetzung wird derzeit konkretisiert und soll bis zum Orange Day am 25. November 2026 im öffentlichen Raum realisiert werden.
Parallel dazu werden die im Fotokurs entstandenen Arbeiten am Orange Day am Paulusplatz ausgestellt. Die Präsentation macht die unterschiedlichen fotografischen Perspektiven der Studierenden sichtbar. Für diese Arbeiten wurden drei Preise vergeben: Jasmin Bram belegte mit ihrer experimentellen videografischen Arbeit den ersten Platz (500 Euro), Cathy Bleser mit einer filmischen Arbeit den zweiten Platz (300 Euro) und Ronja Kuhn mit einem Fotobuch den dritten Platz (200 Euro). Teil der Jury waren Universitätspräsidentin Prof. Dr. Eva Eckkrammer, Prof. Dr. Claudia Ritzi, Prof. Dr. Matthias Sieveke, Dr. Dorothee Henschel sowie Prof. Marlen Letetzki und Prof. Valerie Schmidt.
Die Wissenschaftsallianz Trier unterstützte das Projekt durch die Vergabe von Preisgeldern für die prämierten Entwürfe. Damit können die Studierenden ihre im Seminar erarbeiteten Konzepte über den hochschulischen Kontext hinaus weiterverfolgen und sie am Orange Day öffentlich sichtbar machen.
Kontakt:
Prof. Marlen Letetzki
Hochschule Trier
E-Mail: M.Letetzki(at)hochschule-trier.de






Kooperationspartner
- Hochschule Trier
- Universität Trier